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Hohenlohe-Gymnasium Öhringen
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Franzi, der Schulhund

von Yvonne Tscherwitschke
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Die Schüler der Klasse 6e am Hohenlohe-Gymnasium freuen sich, wenn Franzi ihr Schläfchen beendet hat und sich bei den Schülern ihre Streicheleinheiten abholt. Foto: Yvonne Tscherwitschke

Eine junge Dackelhündin hilft Ulrike Lutz am Hohenlohe-Gymnasium, dass Regeln eingehalten werden

Anton ist Schüler der Klasse 6e. Und obwohl er wie wohl alle Schüler gerne gautscht, hat er sich das (wie die meisten seiner Klassenkameraden) dieses Schuljahr abgewöhnt. Nicht mehr mit dem Stuhl zu wippen, das fiel ihm gar nicht so schwer, wie erst ge- dacht. Der Grund: „Ich will Franzi nicht wehtun.“ Franzi, das ist die kleine Rauhaardackelhündin, die seit Anfang des Schuljahres täglich in die Klasse kommt.

Alle streicheln Franzis Frauchen ist Ulrike Lutz. Sie ist Lehrerin für Biologie und Chemie und den Fächerverbund BNT am Hohenlohe- Gymnasium Öhringen. Als Hündin Franzi als Welpe in ihre Familie kam, da reifte der Gedanke, sie zur Schulhündin zu machen. „Sie hat so ein liebes Wesen“, erklärt Ulrike Lutz, wie die Idee zu keimen begann. Schulleiter, Gesamtlehrerkonferenz und die Eltern wurden befragt.

Ulrike Lutz hatte befürchtet, die Eltern könnten wegen Allergien oder Ängsten das Projekt ablehnen. Doch alle stimmten der Idee zu. Längst war Franzi kein Welpe mehr, sondern selbst eine gelehrige Schülerin auf dem Hundeplatz.

Keiner brüllt Und wie Franzi größer und größer wurde, sammelte Ulrike Lutz Erfahrungen und machte sich beim Regierungspräsidium Stuttgart schlau. Dort gibt es Experten für Schulhunde. Die wissen in der Theorie: Tiere tun Kindern gut. Und sie erklären den Schulen, worauf geachtet werden muss, wenn man einen Schulhund im Unterricht haben möchte.

Dass die Atmosphäre in Franzis Klassenzimmer eine andere ist als hinter der Türe nebenan, das spürt selbst der Laie sofort. Extrem diszipliniert geht es in der Klasse 6e zu, in der Ulrike Lutz Ko-Klassenlehrerin ist. Gerade ist die Klasse im Biologieraum. Franzi hält ein Nickerchen unter dem großen Fenster, nahe bei der Heizung. Aber nur, solange sie den fremden Besuch nicht bemerkt hat. Dann wird schwanzwedelnd das Hosenbein beschnüffelt und eine Runde Streicheleinheiten abgeholt. Die Kinder beobachten alles gespannt. Und verraten: Zu Anton, Frederik, Hannah, Sarah, Lea und Ronja geht Franzi auch besonders gern, lässt sich kraulen und legt sich unter den Tisch. Ulrike Lutz erklärt: „Alle Kinder mögen es, wenn Franzi zu ihnen kommt. Der kleine Hund ist weich, kuschlig und verschmust. Das tut allen Kindern gut.“ Außerdem: „Franzi grenzt nicht aus.“ Franzi ist es völlig egal, wer in der Klasse besonders beliebt ist oder wer uncoole Hosen trägt und die Außenseiterrolle füllt. Franzi setzt ihre eigenen Prioritäten. Und integriert so Kinder, denen es üblicherweise schwerfällt, Freunde zu finden.

Außerdem hilft Franzi Frauchen Ulrike Lutz dabei, dass Klassenregeln eingehalten werden. „Die Kinder haben eine große Empathie Tieren gegenüber“, erklärt Ulrike Lutz. Und so muss sie gar nicht mehr so oft zur Ruhe mahnen. Die Kinder sehen nun selbst, wenn es Franzi zu laut wird, sie sich in ihr Körbchen verkriecht. Und von wegen einfach mal so dazwischen brüllen: „Das erschreckt Franzi“, belehren die Kinder den Klassenbesuch.

Anstrengend Ja, so ein Schultag ist anstrengend, für Lehrer, Schüler und für Franzi. Nach dem Unterricht, berichtet Frauchen Ulrike Lutz, geht es in den Wald. „Da muss sie dann ihre Energie rauslassen und rennt erst mal wie wild durch die Gegend.“ Am nächsten Morgen aber kann die kleine Hündin den Aufbruch kaum erwarten: „Franzi geht gern zur Schule ́“, weiß Ulrike Lutz. Denn dort gibt es nicht nur ein schönes Plätzchen am Fenster. Dort gibt es vor allem viel streichelnden Hände. Im Klassenzimmer wie im Lehrerzimmer der Natur wissenschaftler. „Auch dort freuen sich alle, wenn Franzi morgens kommt.“ Und Leni, die sich anfangs etwas gefürchtet hatte, sagt nun: „Ich traue mich jetzt auch, Franzi zu streicheln.“

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Ulrike Lutz bringt Franzi täglich mit in den Unterricht.

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